KIG Briefing
Das Klima- und Innovationsgesetz im Realitätscheck
Wissenschaftliche Fakten, technologische Pfade und wirtschaftliche Konsequenzen für Schweizer Unternehmen
Mit dem Inkrafttreten des Klima- und Innovationsgesetzes (KlG) hat die Schweiz den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 gesetzlich verankert. Doch was bedeutet das konkret für die Wirtschaft? Wie sieht der realistischste und kosteneffizienteste Weg für Ihr Unternehmen aus?
Dieses Briefing liefert Ihnen die harten Fakten der Schweizer Spitzenforschung (EMPA & EPFL) und zeigt auf, warum vorausschauendes Handeln heute Ihre Wettbewerbsfähigkeit von morgen sichert.
Der 16-Milliarden-Klimaplan: Die 3 Szenarien der Forschung
Die Energiewende der Schweiz ist finanzierbar, aber die Wahl der Technologie entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens. Forscher der EMPA und der EPFL haben die volkswirtschaftlichen Kosten für drei verschiedene Transformationsszenarien bis 2050 berechnet:
Die klare Erkenntnis der Wissenschaft: Die direkte Elektrifizierung (Wärmepumpen im Gebäude, Elektromobilität auf der Strasse) ist der mit Abstand wirtschaftlichste Weg. Unternehmen, die jetzt noch in fossile Infrastrukturen investieren oder auf billige synthetische Treibstoffe hoffen, riskieren teure Fehlinvestitionen (Stranded Assets).
Das Schweizer Emissions-Paradoxon: Warum Abwarten Ihre Lieferketten gefährdet
Viele KMU wiegen sich in Sicherheit, weil die Schweiz im globalen Vergleich nur für rund 0,1% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Doch dieser rein inländische Blick birgt ein existenzielles Risiko für Ihre Kundenbeziehungen:
Produktionsbasierte Emissionen (Inland): Innerhalb der Schweizer Grenzen stossen wir jährlich ca. 35 Megatonnen CO2e aus. Das entspricht rund 4 Tonnen pro Kopf (Platz 68 im weltweiten Vergleich).
Konsumbasierte Emissionen (Import): Weil die Schweiz ein starker Importeur von Gütern und Rohstoffen ist, liegt unser tatsächlicher Fussabdruck bei 107 Megatonnen CO2e. Das entspricht 12 Tonnen pro Kopf – womit die Schweiz auf Platz 15 der grössten Treibhausgasverursacher weltweit aufsteigt.
Der Scope-3-Hebel für Ihr Unternehmen
Diese importierten Emissionen betreffen die Lieferketten (Scope 3). Mit dem neuen Schweizer Gesetz über nachhaltige Unternehmensführung (E-NUFG) und der europäischen CSRD sind grosse Schweizer und europäische Konzerne gezwungen, diese Lieferketten-Emissionen lückenlos offenzulegen.
Als Schweizer Zulieferer oder Dienstleister werden Sie nur dann im Geschäft bleiben, wenn Sie Ihre Emissionen nachweisen und aktiv senken können.
Fazit: Klimaschutz als betriebliche Risikovorsorge
Die Dekarbonisierung Ihres KMU ist kein ökologischer Trend, sondern harte ökonomische Vorsorge:
Zukunftssicherheit: Schützen Sie Ihren Betrieb vor explodierenden Energiekosten, indem Sie auf hocheffiziente, direkte Elektrifizierung setzen.
Marktzugang sichern: Bereiten Sie Ihre CO2-Daten (Scope 1 bis 3) professionell vor, um als bevorzugter B2B-Partner in den Lieferketten grosser Konzerne gesetzt zu bleiben.
Subventionen sichern: Nutzen Sie die aktuellen staatlichen Fördertöpfe (wie das ITINERO-Programm), solange diese aktiv sind.
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